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Warum wir wissen müssen, wer die Wäsche aufhängt

Neue Zeitverwendungsstudie geplant, Österreichs Teilnahme aber noch unsicher

Viele Paare teilen sich die Hausarbeit nach wie vor nicht partnerschaftlich auf. Die finanziellen Folgen spüren Frauen spätestens im Alter.
Viele Paare teilen sich die Hausarbeit nach wie vor nicht partnerschaftlich auf. Die finanziellen Folgen spüren Frauen spätestens im Alter.

Wäsche waschen, kochen, Bad putzen: Frauen erledigen im Vergleich zu Männern deutlich mehr Haushaltstätigkeiten. Sie sind es auch, die sich zum Großteil um die Kinder kümmern und pflegebedürftige Angehörige betreuen. Das hat negative Folgen auf Einkommen, Karrierechancen und die Pension. „Wer viel unbezahlt arbeitet, muss bei der bezahlten Erwerbsarbeit zurückstecken. Außerdem bleibt Frauen dadurch weniger Freizeit oder weniger Zeit für ihre Beziehungen“, erklärt Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende.

Unbezahlte Arbeit von Frauen sichtbar machen

Während in Österreich für bezahlte Erwerbsarbeit umfangreiche Daten vorhanden sind, gibt es nur stark veraltete Informationen darüber, wie und was Frauen und Männer im Laufe des Tages tun und ob sich die Arbeitsaufteilung im Laufe der Jahre verändert. Informationen darüber würde am besten eine Zeitverwendungserhebung liefern, die ganz genau aufzeigt, womit Menschen ihren Tag verbringen. Die letzte Erhebung stammt aus dem Jahr 2008/2009. Ab 2020 ist eine neue, EU-weite Erhebungswelle geplant. Doch die österreichische Politik zögert, daran teilzunehmen.

"Um Fraueneinkommen zu erhöhen, braucht es ganz dringend neue Zahlen." Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin

Für Schumann ist das völlig unverständlich: „Fehlende Geldmittel können kein Hinderungsgrund sein. Hier geht es um Frauenpolitik, Gleichstellungspolitik und die Anliegen von Frauen in Österreich – und diese müssen ernst genommen werden. Um Fraueneinkommen anzuheben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, braucht es ganz dringend neue, aktuelle Zahlen.“

Aktuelle Zahlen hätten aber noch mehr Vorteile:

  • Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern wäre möglich, weil Eurostat die verschiedenen Zeitverwendungsstudien zusammenführt
  • Die Partnerschaftlichkeit in der Familie und die Gleichstellung in der Arbeitswelt könnten einem Realitätscheck unterzogen werden
  • Auf Basis der Daten wäre es möglich, Maßnahmen zu setzen, welche die Zeitgerechtigkeit erhöhen

Was ist eine Zeitverwendungserhebung?
Für eine Zeitverwendungsstudie werden Personen mittels einer Ziehung ausgewählt, die für eine Teilnahme angefragt werden. Ein Jahr lang müssen die TeilnehmerInnen jede Woche an einem Werktag und an einem Wochenendtag im Fünfzehnminutentakt auf einem vorgefertigten Bogen protokollieren, was sie gerade tun: im Büro arbeiten, die Kinder aus dem Kindergarten oder Schule abholen, bügeln, Bad putzen, kochen und wie lange sie schlafen. Damit auch saisonale Tätigkeiten wie etwa Gartenarbeit erfasst werden, muss die Studie ein Jahr langlaufen.

Ergebniss der Zeitverwendungsstudie 2009

Frauen sorgen, Männer spielen: Die letzte Erhebung zur Zeitverwendung hat etwa gezeigt, dass Frauen in fast allen Bereichen der Kinderbetreuung – also von der Körperpflege bis hin zum Lernen - mehr Zeit investieren. Lediglich beim Spielen sind die Väter pro Woche präsenter – und das auch vor allem an Wochenenden und auch nur um fünf Minuten mehr als Frauen.

Tatsächliche Freizeit: Jener Zeit, die nicht für Arbeit – unbezahlt oder bezahlt – aufgewendet wird, steht die freie Zeit gegenüber. In ihr muss geschlafen, gegessen oder geduscht werden. Der Rest, der dann noch übrig bleibt, ist die „richtige“ Freizeit. Knapp 3,5 Stunden bleiben den Frauen und rund 4 Stunden den Männern.

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